WM: Finale!!!
Das Schweizer Damennationalteam kämpft an den 7. Weltmeisterschaften im schwedischen Västeras am Samstag um Gold. Das Team von Felix Coray und Marco Moser bezwang im Halbfinal Tschechien klar und verdient mit 5:1 Toren. Im Endspiel vom Samstag nachmittag (15.00 Uhr) heisst der Gegner erwartungsgemäss Schweden.
Zum 4. Mal nach 1999, 2003 und 2005 steht das Schweizer Damen-Unihockeynationalteam an den Weltmeisterschaften im Endspiel. Im Halbfinal wurde die Equipe gegen Tschechien, das sich erstmals für die letzten Vier qualifiziert hatte, seiner Favoritenrolle gerecht.
Die Eidgenossinnen bestimmten die Partie, zeigten mehrere schöne Spielkombinationen. Und: sämtliche 3 Linien verzeichneten Torerfolge. Die Spielerinnen verdienten sich den Finaleinzug auch dank ihrer Geduld, ihrer Kaltblütigkeit und dem sicheren Rückhalt durch Torhüterin Laura Tomatis.
Die Tschechinnen zeigten überraschenderweise nur wenig Gegenwehr, so dass Felix Coray und Marco Moser problemlos während des ganzen Matches 3 Linien und sämtliche Spielerinnen einsetzen konnten, was im Hinblick auf einen möglichen kräfteraubenden Final ein Vorteil sein könnte. „Die Tschechinnen waren völlig passiv, nicht mutig. Es schien als ob sie von Beginn weg Angst gehabt hätten“, erklärte Flügelstürmerin Mirca Anderegg nach der Partie. „Aber vielleicht gab auch unser früher Führungstreffer den Ausschlag.“ Bereits nach 2:45 Minuten verwandelte die Schweizer Rekordinternationale Natalie Stadelmann nach einem Schuss von Mirca Anderegg den Abpraller zur 1:0-Führung. Obwohl sie wenig später eine Überzahlsituation ungenutzt liess, behielten die Schweizerinnen die nötige Ruhe, blieben am Drücker, agierten diszipliniert. Der verdiente Lohn war das 2:0 in der 15. Minute. Diesmal war es der 17-jährige Team-Youngster Corin Rütimann, welche nach einem schönen Zuspiel von Andrea Benz kaltblütig das 2:0 markierte.
Einzig zu Beginn des mittleren Spielabschnitts kämpften die Tschechinnen etwas aggressiver. Aber die Schweizerinnen hatten auch in dieser Situation eine Antwort bereit: Sara Schäfer schloss in der 24. Minute auf Zuspiel von Tanja Stella einen Konter erfolgreich zum 3:0 ab. Als dann dreieinhalb Minuten später Julia Suter nach einem Fehlpass der Gegnerinnen das 4:0 gelang, war die Partie entschieden. Der tschechische Trainerstab nahm zwar nach diesem 0:4 ein Time-Out, der Ehrentreffer gelang aber erst in der 48. Minute – 50 Sekunden nachdem Daniela Stettler inzwischen auf 5:0 erhöht hatte.
"Es ist alles möglich"
Das vom Zentralvorstand von swiss unihockey vorgebene Ziel „Finalqualifikation“ ist damit erreicht. Die Spielerinnen selbst möchten noch mehr. Die Goldmedaille wäre die Zweite nach 2005 in Singapur, 1999 in Börlange/Schweden und 2003 in Bern musste man jeweils als Verlierer vom Platz. 10 Spielerinnen aus dem aktuellen Schweizer Kader gehörten 2005 dem Weltmeisterteam an – neben Torhüterin Laura Tomatis sowie den erwähnten Mirca Anderegg, Natalie Stadelmann, Sara Schäfer und Daniela Stettler sind dies Andrea Hofstetter, Captain Simone Berner, Daniela Morf, Andrea Benz und Ramona Gabathuler. Mirca Anderegg ist nach der bislang erfolgreichen WM-Woche überzeugt: „Es ist im Final alles möglich.“ Gefragt, was im abschliessenden Spiel vom Samstag nötig sei, sagt sie: „Geschlossenheit, Mut und ein Kämpferherz.“
Überlegenes Schweden
Der Finalgegner heisst erwartungsgemäss Schweden. Die Titelverteidigerinnen setzten sich in dem von den Schweizern Thomas Erhard/Philppe Renz geleiteten Partie gegen Finnland mit 10:2 Toren durch. Das Skore fiel damit noch deutlicher aus als in den letzten Vergleichen vor einem Monat in Hyvinkää (Finnland/6:2) oder vergangenen April in Chur (7:1).
Bislang haben die Schwedinnen in ihren 5 WM-Partien in Västeras 71 Tore markiert und nur 8 Gegentreffer erhalten. Das ergibt einen Durchschnitt von 14,2 Treffern pro Partie - bei 1,6 Gegentreffern. Gegen die Schweiz gewannen die Schwedinnen zuletzt 4:0 - dies zwei Tage vor WM-Start im Rahmen eines Freundschaftsspiels - sowie 5:3 vor einem Monat in Hyvinkää. Jene Partie vermochten die Eidgenossinnen lange Zeit offen zu halten. Mit Schweden und der Schweiz haben sich die stärksten Teams dieser Woche verdientermassen die Finalqualfiikation gesichert.
Edith Bussard
© swiss unihockey
Bilder: Fabian Trees
Telegramm
SCHWEIZ – Tschechien 5:1 ( 2:0, 2:0, 1:1 )
ABB-Eishalle, Västeras
Schiedsrichter: Skoog/Pettersson (Swe).
Zuschauer: 1128
Tore: 3. Stadelmann (Anderegg) 1:0. 15. Rüttimann (Benz) 2:0. 24. Schäfer (Stella) 3:0. 28. Suter 4:0. 48. (47:03) Stettler 5:0. 48. (47:53) Krizova (Konickova) 5:1.
Strafen: je 1-mal 2 Minuten gegen Tschechien.
SCHWEIZ: Tomatis; Gabathuler, Berner; Hofstetter, Arpagaus; Zimmermann, Nötzli; Morf, Stadelmann, Anderegg; Ulber, Rüttimann, Benz; Suter, Stella, Schäfer; Vögeli, Stettler.
Tschechien: Vanova; Motkova, Kalecka; Rullova, Billa; Bartosova, Macurova; Rezumova, Sindelova, Novotna; Steglova, Krizova, Jilkova; Konickova, Jelinkova, Simackova; Jarolimova.
Bemerkungen: 27:37 Time-Out Tschechien. - Schweiz ohne Casutt (nach Knieverletzung heimgereist und operiert). Schwendener (Goalie) Ersatz.









