Ein Treffer mitten ins Piranha-Herz – Krimi ohne Happy End
Titelverteidiger Piranha Chur hat gestern zum Auftakt des Unihockey-Play-off-Final der Frauen gegen die Red Ants Winterthur äusserst knapp verloren. Die Entscheidung zum 5:6 fiel in der zehnten Minute der Verlängerung.
Von Jonas Schneeberger
Als klare Favoritinnen startete Piranha Chur in den Play-off-Final gegen die Winterthurer Red Ants. In der Qualifikation und im Halbfinal waren die Churer Titelverteidigerinnen souverän durchmarschiert. Auch die drei Direktbegegnungen gegen ihre Finalgegnerinnen hatten sie für sich entschieden (6:1, 6:4 und 5:2). Gestern, im ersten Spiel der Best-of-5-Serie, waren sie erstmals in der diesjährigen Meisterschaft richtig gefordert. Und wie. So sehr sogar, dass sie am Ende mit 5:6 den Kürzeren zogen.
Von einem Niveau-Unterschied, von dem angesichts des grossen Punktabstands nach der Qualifikation (14 Punkte) verschiedentlich ausgegangen wurde, war gestern nicht die Spur zu sehen. Das, obwohl Piranha-Trainer Mark van Rooden im Gegensatz zu sämtlichen Meisterschaftspartien zu Beginn nur mit zwei Blöcken spielen liess. Dass Van Rooden seine stärksten Kräfte früh forcierte, zeugt vom Respekt, den er den gestern brandgefährlichen Winterthurerinnen zu Recht entgegengebracht hatte. Die Gäste in der Churer Gewerbeschulhalle, die seit der Saison 2004/05 auf ihren nächsten Meistertitel warten, legten eine überaus harte Gangart an den Tag, die letztlich wie im Cup-Halbfinal im Januar (4:3 n.V.) zum Erfolg führte.
Nötzli lässt Chur verstummen
Nach 70 Spielminuten – die letzten 20 hochdramatisch – traf ein, was sich im Verlauf des Spiels trotz mehrmaliger Führung der Churerinnen abgezeichnet hatte: Piranha verlor zum Finalauftakt und gab den Heimvorteil aus der Hand. Silvana Nötzli, die bereits das 3:3 erzielt hatte, war nach einer feinen Einzelleistung erfolgreich. Es war ein Stich mitten ins Piranha-Herz. Die knapp 500 Zuschauer in der Churer Gewerbeschule, die ihr Team zuvor lauthals angefeurert hatten, verstummten mit einer Sekunde.
Die Niederlage zu verhindern verhalfen letztlich auch ein dreifacher Geniestreich Corin Rüttimanns – sie war in der 3., 46. und 49. mit präzisen Schüssen fast aus dem Nichts erfolgreich – sowie mehrere Glanzparaden Sara Vitettis in den Schlussminuten der regulären Spielzeit nicht. Der Sieg der Gäste aus Winterthur war nicht unverdient. Bereits vor dem Ausgleichstreffer zum 5:5 durch Andrea Hofstetter hatte Sandra Dirksen die Chance zum Ausgleich. Vitetti vereitelte jedoch glänzend. In den knapp zwei Minuten nach dem Ausgleich boten sich den Winterthurerinnen wiederum zwei Matchbälle, die sie aber ungenutzt verstreichen liessen – wie auch Mirca Anderegg, die zu Beginn der Verlängerung die Entscheidung zugunsten der Churerinnen auf dem Stock hatte.
Rechnung nicht aufgegangen
Van Roodens Rechnung, mit zwei Blöcken zu spielen, ging letztlich nur anfangs auf. Der erste Block um Captain Sabrina Arpagaus und Mirca Anderegg erspielte sich ein Übergewicht war zweimal erfolgreich. Trotzdem war auch die 2:0-Drittelsführung (Treffer durch Rüttimann und Sabrina Arpagaus) schmeichelhaft.









