Ruedi Zulauf – Herr über die schnellen Beine

9. September 2017

In der Rubrik „piranhas im Fokus“ werden in unregelmässigen Abständen Interviews und Berichte über Akteurinnen und Akteure aus dem Verein und Umfeld von piranha chur aufgeschaltet.


Ruedi Zulauf ist der alte und neue Konditrainer von piranha chur. Zusammen mit seinem Bruder Freddy hat er die Spielerinnen für die neue Saison fit gemacht. Wir wollen nun von ihm wissen, wo die Mannschaft steht und was es für eine saisonübergreifende Fitness alles braucht.

Ruedi, du bist nach zwei Jahren Abwesenheit wieder zum Team zurückgekehrt. Was hat den Ausschlag dafür gegeben?

Mein Bruder Freddy fragte mich, ob ich Lust habe mit ihm das Sommertraining zu planen und zu gestalten. Nach kurzer Überlegung und Absprache mit meiner Familie sagte ich zu.

Verfolgt ihr in den Einheiten eine bestimmte Trainingsphilosophie? Hast du ein Trainer-Vorbild?

Eine Trainingsphilosophie gibt es tatsächlich auch bei uns. Da Unihockey eine athletische Sportart ist, basiert unsere Philosophie auf den Grundlagen der Leichtathletik mit sportspezifischen Anpassungen. Unser Aufbau beinhaltet  Wochen- und Monatszyklen, welche bewirken sollen, dass die Spielerinnen sich physisch steigern aber auch die Erholung nicht zu kurz kommt.
Für mich ist jeder Trainer ein Vorbild, ob er eine Jugi leitet oder einen Top Athleten trainiert. Ein Trainer kann nur so gut sein wie die Athleten, die den Sport ausleben. Wichtig ist, dass er Freude am Sport vermitteln kann und jeden Athleten weiterentwickelt, ob er Kreisliga ist oder Weltklasse.

Wie schätzt du den momentanen Fitnesszustand der ersten Mannschaft ein?

Da wir im Moment noch sehr auf das Stehvermögen -Training setzten, wird das spezifische Schnelligkeitstrainig ein wenig zurückgestellt. Trotzdem sind wir überrascht, wie die Spielerinnen schon jetzt sehr gut auf gewisse Schnelligkeitsreize reagieren. Diese Situation gibt uns weiteren Spielraum, um auf anstehende konditionelle Defizite zu reagieren. Fazit des Trainingszustandes: Die Spielerinnen verfügen über einen guten bis sehr guten konditionellen Zustand und einem gutem Stehvermögen.

Im Sommer wird hart trainiert, die entscheidende Phase der Meisterschaft ist aber erst im Frühling. Was macht ihr, damit das Team für die Playoffs auf dem Peak ist?

Wir versuchen die ganze Saison in Trainings- und Wettkampfzyklen aufzuteilen und diverse Trainingsziele anzustreben. Wir werden in der laufenden Meisterschaft die Sommertrainingseinheiten in einem reduzierten Umfang weiter pflegen müssen, ansonsten das hart Erarbeitete schnell wieder verloren geht.

Was würdest du einer jungen Spielerin mit auf den Weg geben? Auf was sollte sie im physischen Bereich am besten Acht geben?

Wenn sie sich für den Sport entscheidet, soll sie auch für den Sport leben. Bei den physisch anspruchsvollen Trainings soll sie den Schmerz lernen zu akzeptieren, denn solche Einheiten werden immer wieder auftreten.

Zuletzt, wer ist dein/e Lieblingssportler/in oder wen bewunderst du aus sportlicher Hinsicht?

Da gibt es viele Sportler die mich faszinieren in diversen verschiedenen Sportarten. Darunter befindet sich auch der Langläufer Petter Northug. Ein Athlet mit Ecken und Kanten, aber auch mit einem grossen Kämpferherz und einem unglaublichen Siegeswillen. Solche Sportler faszinieren mich, weil sie jeden Morgen für den Sport aufstehen und jeden Abend wieder für den Sport am nächsten Tag ins Bett gehen.

Vielen Dank Ruedi und natürlich auch Freddy, für euren unermüdlichen Einsatz und die schnellen Beine unserer ersten Mannschaft!