Piranha Chur gewinnt nach Anderegg-Show das erste Finalspiel
Mit 4:3 hat Piranha Chur das erste Unihockey-Playoff-Finalspiel gestern gegen die Red Ants Winterthur gewonnen. Nach einem Traumstart liessen die Churerinnen die Winterthurerinnen aber in der Schlussphase gefährlich nahe kommen.
Eine lange Schlange bildete sich gestern Abend vor dem Eingang der Turnhalle der Gewerbeschule. 950 Zuschauer sollten denn auch bis Spielbeginn in der Halle sein, ausverkauftes Haus also und die grösste Kulisse bei einem Frauenspiel auf Clubebene überhaupt in der Schweiz. Es war förmlich greifbar: Nach zwei Jahren herrschte wieder Finalstimmung in der Bündner Hauptstadt. Das Publikum kam denn auch etwas geboten für sein Geld. Bis zur letzten Sekunde mussten sie mit den Churerinnen leiden, ehe Piranhas erst Sieg in der Best-of-5-Serie Tatsache war.
Frühe Churer Führung
Bis zur 26. Minute mussten die Zuschauer, warten ehe sie den ersten vernünftigen Angriff der Winterthurerinnen zu sehen bekamen. Bis zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 3:0 für Piranha Chur und die Zürcherinnen besassen nicht den Hauch einer Chance. Mirca Anderegg erzielte früh das 1:0 (4.) und bediente danach Corin Rüttimann zweimal mustergültig (12./16.). Die Churerinnen schienen auf einen problemlosen Startsieg hin zu steuern. „Wie haben diese Winterthurerinnen bloss den Finaleinzug geschafft?“ fragten sich besorgte Churer Anhänger bereits.
Anschlusstreffer kippt das Spielgeschehen
Die Antwort folgte in eben dieser 26. Minute. Nach einem Konter über die eingewechselte Finnin Kaisa Malmberg traf Andrea Hofstetter zum 3:1 Anschlusstreffer. Mit einem Schlag kippte die Spielphysionomie komplett. Die Winterthurerinnen hatten wieder Oberwasser, während die bis dahin vorbildliche Churer Spielorganisation immer mehr ins Wanken geriet. „Winterthur brachte mehr Härte ins Spiel“, nannte die Churer Stürmerin Mirca Anderegg einen der Gründe für den Abbau . Anderegg war es aber, welche in dieser kritischen Situation ruhig Blut bewahrte. Mit letztem Einsatz lupfte sie in der 47. Minute nach einem langen Solo den Ball über die Winterthur Hüterin Iréne Tschümperlin zum 4:1 in die Maschen. Doch wer glaubte, dass dies die Vorentscheidung sei, irrte. Nur 25 Sekunden später traf Sandra Dirksen mit einem verdeckten Weitschuss zum 4:2. Es kam noch schlimmer. Nach dem Timeout in der 58. Minute liess Winterthurs Trainer Rolf Kern (einst Spieler bei Rot Weiss Chur) seine Torhüterin gleich draussen. Silvana Nötzli nutzte die Überzahl zum 4:3 Anschlusstreffer. Zu mehr reichte es aber nicht. Mit letztem Einsatz brachte Chur den Vorsprung über die Zeit.
Anderegg ist optimistisch
„Wir müssen unser Spiel während 60 Minuten durchziehen“, analysierte die zweifache Torschützin Anderegg nach der Partie. Dass es diesmal nicht gelang, hatte für die 28-jährige ihre Gründe. „Winterthur war voll im Spielrhythmus, während wir zwei Wochen Pause hatten“, so Anderegg. Für die nächste Partie morgen (18 Uhr, Oberseen Winterthur) ist sie aber optimistisch gestimmt. „Wir nehmen den Kampf auf“, erklärt sie und hofft, dass sich die Nervosität bei ihren jungen Mitspielerinnen bis dahin gelegt hat.
03.04.2010
piranha chur
Red Ants Rychenberg Winterthur
4:3 (3:0, 0:1, 1:2)
Piranha Chur – Red Ants Rychenberg Winterthur 4:3 (3:0, 0:1, 1:2)
Gewerbeschule. – 950 Zuschauer (ausverkauft). – SR Fust/Kunz.
Tore: 4. Anderegg 1:0. 12. Rüttimann (Anderegg) 2:0. 16. Rüttimann (Anderegg) 3:0. 27. Hofstetter (Malmberg) 3:1. 47. (46.20) Anderegg 4:1. 47. (46.45) Timmel (Frick) 4:2. 58. Nötzli (Malmberg) 4:3 (Red Ants Winterthur mir sechs Feldspielerinnen).
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Piranha Chur, 2-mal 2 Minuten gegen Red Ants Winterthur.
Piranha Chur: Vitetti; Streiff, Sabrina Arpagaus; Marti, Gabathuler; Rüttimann, Ulber, Anderegg; Elina Kujala, Karoliina Kujala, Zwinggi; Putzi, Russi, Wegmann
Red Ants Winterthur: Tschümperlin; Nötzli, Auer; Timmel, Eberle; Hofstetter, Suter, Frick; Dirksen, Kathriner, Scheidegger; Malmberg.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Dominioni, Kornberger (verletzt), Red Ants Winterthur ohne Stettler (abwesend). – 51. Suter verletzt ausgeschieden, 53. Timeout Piranha Chur, 58. Timeout Red Ants Winterthur.









