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Wut

Piranha Chur nur zweiter Sieger

Die NLA-Unihockey-Meisterschaft der Frauen ist entschieden: Die Red Ants Winterthur haben das vierte Play-off-Finalspiel gegen Piranha Chur mit 4:3 gewonnen. Erst in der 59. Minute mussten die Churerinnen das entscheidende Tor hinnehmen.

 

Von Reto Voneschen (Die Südostschweiz)

 

Um 18.55 Uhr war die Schweizer-Meisterschaft der Frauen beendet. Mit einem wilden Jubel wurde die überragende Winterthurer Torhüterin Jana Christianova von ihrern Teamkolleginnen gefeiert und kurz danach durfte Captain Sina Casutt im Silberregen den Meisterpokal entgegennehmen. 4:3 hatten die Winterthurerinnen das vierte Play-off-Finalspiel gewonnen. Für Piranha Chur ein ganz bitterer Moment. In der 59. Minute wurde Winterthurs Sandra Dirksen der Ball praktisch auf die Schaufel gespielt, ihr Zuspiel verwandelte Alexandra Frick 66 Sekunden vor der Sirene eiskalt zum 4:3. Zuvor hatten die Churerinen viel Moral bewiesen. Im Schlussdrittel holten sie bis zur 56. Minute durch Tore der überragenden Corin Rüttimann (41./45.) und Mirca Anderegg (56.) einen 1:3-Rückstand auf und alles schien doch noch auf die Seite der Churerinnen zu kippen. Ein Fehlpass und Fricks Nervenstärke liessen aber die Träume der Titelverteidigung auf einen Schlag platzen.

 

Starke Winterthurer Torhüterin


40 Minuten lang liess vor allem Winterthurs Torhüterin Jana Christianova die Churer Angreiferinnen verzweifeln. Mit stoischer Ruhe - ähnlich wie HCD-Hüter Leonardo Genoni im zweiten Eishockey-Finalspiel - parierte sie Schuss um Schuss. Beinahe im Minutentakt forderten die Churerinnen die tschechische Nationaltorhüterin. Doch diese "gewann" jede Prüfung. Frei nach dem Sprichwort "Wer die Tore nicht macht, erhält sie", traf die listige Silvana Nötzli in der 34. Minute mit dem praktisch ersten Zürcher Angriff zum 2:0. In der 16. Minute gingen die Winterthurerinnen mit einem kuriosen Tor in Führung. Ein Rückpass prallte Piranha-Verteidigerin Ramona Gabathuler unglücklich an den Schuh und von dort via Rücken von Torhüterin Sara Vitetti zum 1:0 (16.).

 

"Die Serie nicht gestern verloren"


Lange Zeit lebte die hektische Partie vor allem von der Spannung. "Hawaii-Hockey" wird dies gerne genannt - wie zwei Palmen im Wind. Im Gegensatz zum letzten Auswärtsspiel waren die Churerinnen diesmal in der Abwehr präsenter, einzig im Abschluss waren sie nicht erfolgreich. "Winterthur hat die richtigen Lehren gezogen aus der letzten Saison und mit Christianova eine Weltklasse-Hüterin verpflichtet", zollte auch der Churer-Coach Mark van Rooden der tschechischen Nationaltorhüterin ein Lob. Schon kurz nach dem Spiel war ihm klar: "Verloren haben wir die Serie nicht gestern, sondern am letzten Wochenende", so van Rooden. Trotz der Niederlage war er über die gestrige Leistung erfreut. "Wir haben gutes Hockey gezeigt, Winterthur hatte  schlussendlich ein wenig mehr Erfahrung", sagte der Churer Trainer.

 

Der 0:2-Rückstand nach dem komplett misslungenen Start-Wochenende erwies sich im Rückblick als zu grosse Hypothek. "Wir waren uns nicht gewohnt, Rückstände aufzuholen", musste Piranha-Verteidigerin Flurina Marti eingestehen. Auch die Halbfinal-Serie gegen Bern, als Piranha Chur dreimal Hallenschach gegen die Berner Mauerkünstlerinnen spielen mussten, war wenig hilfreich. So kamen die Churerinnen erst zu spät auf Touren. "Im Abschluss zu wenig effizient, in der Abwehr mit zu vielen Geschenken", brachte es Marti auf den Punkt. Ihr Trainer Mark van Rooden schaute derweil schon in die Zukunft. "Wir greifen nächste Saison wieder an", zeigte er sich kämpferisch eingestellt. Zweite Plätze haben die Churerinnen in dieser Saison genug gesammelt.

 

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