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Wut

Piranha Chur vollendet das Meisterstück

Die Unihockey-Frauen von Piranha Chur haben auch im dritten Finalspiel nichts anbrennen lassen. Mit einem 8:3 Sieg über Red Ants Winterthur holten sie sich vor 950 Zuschauern in der Churer Gewerbeschulhalle gestern den ersten Meistertitel.

Von Reto Voneschen (Die Südostschweiz)

Mit Tränen in den Augen nahm Captain Sabrina Arpagaus kurz vor 21 Uhr den Meisterpokal entgegen. Kaum in ihren Händen, stürmte auch schon die ganze Churer Mannschaft ihrer Spielführerin entgegen. Die Piranhas waren am Ziel: Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte gewannen sie den Meistertitel. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, strahlte Ramona Gabathuler kurz später mit dem Pokal in der Hand und stimmte ins bekannte „Meister, Schwiizermeister“ ein. Erstmals seit 2001 und dem zweitletzten Titel von Rot-Weiss Chur konnte in der Gewerbeschulhalle wieder ein Meistertitel gefeiert werden.

 

Rüttimanns Meisterstück

 

Die Meisterparty nahm bereits im Mitteldrittel ihren Beginn. Beim Stand von 3:0 für Chur konnten die Winterthurerinnen mit fünf gegen drei Spielerinnen agieren, da zwei Churerinnen auf der Strafbank sassen. Zwar gelang den Red Ants der Anschlusstreffer (33.), doch nur sechs Sekunden später stellte Corin Rüttimann den alten Abstand wieder her. Und nur eine Minute entschied die gleiche Spielerin mit einem Drehschuss zum 5:1 die Partie vorzeitig (35.). Das letzte Drittel war dann ab der 55. Minute nur mehr ein Churer Schaulaufen. Nach Mirca Andereggs frühem 6:2 (41.), gelang zwar Winterthur noch der Anschlusstreffer (44.). Doch als Winterthurs Trainer Rolf Kern nach dem Timeout seine Torhüterin zu Gunsten einer zusätzlichen Feldspielerin auf der Bank liess, dauerte es nur wenige Sekunden bis Anderegg zum 7:3 traf. Danach atmeten auch die pessimistischsten Piranha-Fans und Spielerinnen erlöst auf.

 

"Angriff ist die beste Verteidigung"

 

Piranha Churs Trainer Mark van Rooden hatte die richtigen Lehren aus den ersten beiden Partien gezogen. Die unsichere Winterthurer Hüterin Iréne Tschümperlin wurde mit vielen Schüssen eingedeckt. Einzig im Startdrittel hatten die Churerinnen ihr Ziel noch nicht justiert – einige der 950 Zuschauer trugen wohl noch blaue Flecken davon. Vor dem eigenen Tor zogen die Churerinnen dagegen ein enges Netz auf, so dass die Gäste nur noch zu wenigen Abschlüssen gelangten. „Angriff ist die beste Verteidigung“, nannte Verteidigerin Gabathuler das Churer Erfolgsrezept.

 

Europacup im Oktober als nächstes Ziel

 

Die Churerinnen verdienten sich den Titel mit einer atemberaubenden Saison. In den Playoffs gewannen sie die die Halbfinal, wie auch die Finalserie mit 3:0 Siegen, dazu verloren sie zuvor in Qualifikation und Finalrunde nur zweimal. Der Erfolg basierte vor allem auf einem äusserst stark besetzten Angriff. Das Motto „Mit einer starken Offensive gewinnt man Spiele, mit einer Abwehr aber Titel“ stellten die Churerinnen für einmal auf den Kopf.

 

Als Lohn für die überragende Saison dürfen die Piranhas nun anfangs Oktober am Europacup in Riga (Lettland) die Schweiz vertreten. Gestern interessierte dies aber herzlich wenig. „Was geht ab, wir feiern die ganze Nacht“, dröhnte es schon kurz nach Spielschluss aus den Boxen. Diesem Motto gingen die Churerinnen und ihre Fans auch voll und ganz nach. Nur wenige Stunden vor dem Triumph wurde auch die U21 Equipe mit einem 3:2 Sieg auch über Winterthur ebenfalls Schweizermeister.

 

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10.04.2010

piranha chur
Red Ants Rychenberg Winterthur

8:3 (1:0, 4:2, 3:1)

Piranha Chur – Red Ants Winterthur 8:3 (1:0, 4:2, 3:1)


Gewerbeschule. – 950 Zuschauer. – SR Fust/Kunz.
Tore: 5. Elina Kujala (Zwinggi) 1:0. 23. Ulber (Rüttimann) 2:0. 31. Elina Kujala 3:0. 33. (32.55) Nötzli (Eberle/Ausschlüsse Anderegg, Marti) 3:1.  34. (33.01) Rüttimann (Sabrina Arpagaus/Ausschluss Marti!) 4:1. 35. (34.23) Rüttimann 5:1. 37. Nötzli ( /Ausschluss Rüttimann) 5:2. 41. Anderegg (Ulber) 6:2. 44. Auer (Hofstetter) 6:3. 55. Anderegg (Rüttimann) 7:3 (ins leere Tor). 57. Elina Kujala 8:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Piranha Chur, 1mal 2 Minuten gegen Red Ants Winterthur.
Piranha Chur: Vitetti; Streiff, Sabrina Arpagaus; Gabathuler, Marti; Rüttimann, Ulber, Anderegg; Elina Kujala, Karoliina Kujala, Zwingg; Russi, Putzi, Wegmann.
Red Ants Winterthur: Tschümperlin; Auer, Nötzli; Auer, Timmel; Hofstetter, Frick, Malmberg; Kathriner, Dirksen, Scheidegger; Stettler.
Bemerkungen: Piranha Chur ohne Dominioni, Kornberger, Red Ants ohne Casutt, Suri, Suter (verletzt). 35. Lattenschuss Karoliina Kujala., 43. Pfostenschuss Ulber, 54. Timeout Red Ants Winterthur.