Minisieg gegen Red Ants Rychenberg Winterthur

13. Januar 2019

Piranha Chur hat am Sonntagabend auswärts gegen Red Ants Rychenberg Winterthur gespielt und mit einer bescheidenen Leistung einen 3:6-Sieg einfahren können. Nachdem die ersten 20 Minuten mit dem Zwischenresultat von 0:5 überzeugend waren, schaltete der Meister zu Beginn des zweiten Drittels ein paar Gänge runter und liess Entschlossenheit, Genauigkeit und Effizienz vermissen.

In der Hinrunde liess piranha Chur zu Hause gegen Winterthur die Muskeln spielen und überrollte seinen Gegner gleich mit 11:2. Wer am Sonntagabend eine ähnlich einseitige Partie erwartete, sah sich in den ersten Minuten des Rückspiels wohl bestätigt. Piranha Chur trat dominant auf, erarbeitete sich viele Chancen und war entschlossen, dem Spiel früh den Stempel aufzudrücken. Trotzdem war bereits in dieser Phase spürbar, dass die Defensive der Churerinnen an diesem Abend nicht makellos ist. Es gab viele Ungenauigkeiten im Passspiel, was den Gegnerinnen immer wieder gefährliche Konter ermöglichte. Margrit Scheidegger eröffnete in ihrer alten Heimstätte bereits in der ersten Spielminute mit einem ihrer gefürchteten Tempoläufe und einem schönen Schuss ins hohe Eck das Skore. Zehn Minuten später doppelte Nicole Capatt nach, welche im Slot am schnellsten reagierte und einnetzte. Dieses Tor war das Erste eines effizienten Abschnitts der Piranhas. Denn drei Minuten später war es wiederum eine junge Churerin, die am schnellsten auf ein Chaos im Winterthurer Slot reagierte und zum 0:3 traf. Alessandra Schneller war erfolgreich, nachdem sie nach einem Abpraller gleich zwei Mal zum Abschluss kam. In der 16. Minute war Corin Rüttimann mit einem Schuss aus der Distanz erfolgreich. Und als wiederum nur zwei Minuten später Sereina Buchli ihren vierten persönlichen Treffer dieses Wochenendes (inklusive Cup Halbfinal vom Samstag) nach mustergültigen Vorarbeit von Mari Aanerud gekonnt verbuchte, dachten wohl viele in der Turnhalle Oberseen, dass es einen Kantersieg des aktuellen Schweizer Meisters geben wird.

Diejenigen, die eine deutliche Niederlage des Gastgebers befürchtet oder vorausgesehen hatten, sahen sich ab der ersten Minute des Mitteldrittels getäuscht. Piranha Chur kam komplett anders aus der Kabine und liess den Schwung wohl darin liegen. Auf Seiten der Churerinnen gab es kaum noch schöne Spielkombinationen. Im Gegenteil, es schlichen sich immer wieder Ungenauigkeiten ins Spiel ein und jegliche Konsequenz blieb aus. Die eigenen Chancen wurden nicht verwertet und man liess den Gegner gewähren. So kam es, wie es kommen musste: piranha Chur musste innerhalb von rund acht Minuten drei Gegentore hinnehmen. Zuerst entwischte die Junge Linn Larsson der Churer Abwehr und durfte sich über das erste Tor der Winterthurerinnen freuen. Kurze Zeit später erhielt Alexandra Frick die Chance zum zweiten Treffer für die Red Ants, da sie zum Penalty antrat, welcher den Winterthurerinnen zugesprochen wurde. Frick liess sich nicht zweimal bitten und verkürzte auf 2:5. Gegen Ende des zweiten Drittels wurde abermals ein Foul gegen piranha Chur gepfiffen und es erbot sich den Gastgebern die Möglichkeit, in Überzahl zu agieren. Auch diese Chance liess man sich nicht entgehen. Wiederum war es Frick, die während des Powerplays den Ball im Tor der Churerinnen unterbrachte. Somit war die Spannung zurück im Spiel, piranha Chur hatte das Spiel aufgrund von fehlender Aggressivität aus der Hand gegeben.

Im dritten Drittel fehlten den Winterthurerinnen die Kräfte, um den Sieg der Churerinnen ernsthaft zu gefährden. «Spielen und spielen lassen» ist wohl das Sprichwort, welches das dritte Drittel dieser 15. Meisterschaftsrunde am besten beschreibt. Das einzige Tor im letzten Abschnitt erzielte piranha Chur. Sanni Nieminen legte für Aanerud auf, welche am weiten Pfosten stand und den halbhohen Pass ihrer finnischen Teamkollegin gekonnt ins Tor lenkte. Das 3:6 bedeutete das Endresultat des Spiels. Sicherlich ist es sehr erfreulich, dass piranha Chur weiterhin verlustpunktlos an der Tabellenspitze steht. Klar ist aber auch, dass das Team von Dani Darms am Sonntagabend bei weitem nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft hat.

Titelbild: Fabrice Duc (fabriceduc.ch)


R.A. Rychenberg Winterthur – piranha chur 3:6 (0:5, 3:0, 0:1)
Oberseen, Winterthur. 127 Zuschauer. SR Lieberherr/Rhöös.
Tore: 1. M. Scheidegger (C. Rensch) 0:1. 11. N. Capatt (S. Ulber) 0:2. 14. A. Schneller (C. Rüttimann) 0:3. 16. C. Rüttimann 0:4. 18. S. Buchli (M. Aanerud) 0:5. 28. L. Larsson 1:5. 30. A. Frick 2:5. 36. A. Frick (V. Kühne) 3:5. 51. M. Aanerud (S. Nieminen) 3:6.
Strafen: keine Strafen. 1mal 2 Minuten gegen piranha chur.